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[2017-08-14 11:49:00] #Id: 14714 | View: 1921

Die wunderbare Welt des Hugo Gernsback

Das Museum am Strom, in Bingen am Rhein, widmet dem Multitalent, dessen Todestag sich 2017 zum 50. Mal jährt, nun eine Sonderausstellung unter dem Titel „Die wunderbare Welt des Hugo Gernsback“. Die Ausstellung startete am Freitag 02.06.2017 und endet am Sonntag, den 26.11.2017.

Hugo Gernsback, in Luxemburg Hugo Gernsbacher, war Verleger, Erfinder, Visionär und Vater der modernen Science-Fiction-Literatur. Hugo Gernsbacher wurde am 16. August 1884 im Stadtteil Bonneweg der Hauptstadt Luxemburg geboren. Seine technische Ausbildung machte er an der Technischen Hochschule Bingen, damals noch Technikum für Maschinenbau und Elektrotechnik. Er kam 1901 nach Bingen und blieb bis 1902. In seinem Studium belegte er unter anderem Kurse in Maschinenbau, Elektrizität, Physik sowie Chemie. Sein Studium war eher rudimentär, denn er besuchte das Technikum nur selten. So zumindest steht es auf einer der Informationstafeln...

Gernsback verließ Deutschland 1904 und wanderte in die USA aus. Er war ein begnadeter Erfinder, der sein erstes Geld mit einem Patent für die Automobilindustrie verdiente. In den USA betrieb er zuerst einen Versand für Radiobastler. Sein Leben war ein ständiges Auf und Ab. Er war auch ein Science Fiction Autor und Herausgeber diverser Magazine. Jedoch erschienen zuerst technische Magazine, um die Leser für Technik zu begeistern. 1925 gründete Gernsback den Rundfunksender WRNY und war an der Ausstrahlung von Fernsehsendungen beteiligt.

Als Herausgeber der Zeitschriften „Amazing Stories" (1926–1929) und „Wonder Stories" (1929–1936) begründete er das moderne Genre der Science-Fiction-Literatur. Deren wichtigster Illustrator wurde der gebürtige Wiener Frank R. Paul. Gernsback spielte bei der Begründung des Science Fiction Fandom eine Schlüsselrolle, weil er in seinen Zeitschriften die Adressen von Leserbriefschreibern veröffentlichte, die sich auf diese Weise miteinander bekannt machen konnten.

Sein früher SF-Roman „Ralph 124C 41+“ wurde erstmals von April 1911 bis März 1912 im amerikanischen Magazin „Modern Electrics“ als Fortsetzungsroman veröffentlicht. Der Titel des Romans lautet: „Ralph one two four c four one“, was man auch als „Ralph, one to foresee for one“ auf deutsch: „Ralph, einer der für uns in die Zukunft schaut“ verstehen kann. Er war auch der erste Mensch, der den Begriff Science Fiction verwendete und prägte. Auf ihn geht auch die Auszeichnung Hugo-Gernsback-Award zurück.

Hugo Gernsback gab wertvolle Anregungen für erfinderische und experimentelle Arbeiten im Bereich der Technik. Als Herausgeber brachte er mit seiner Vielzahl an Magazinen wie „Alternating Current for Beginners“, „All about Aerials“ vielen mehr zu Themen wie Radio, Fernsehen, Haushalts-Elektronik und Bionik näher. Mit diesen und anderen Themen hat er nicht nur eine technikinteressierte Jugend beeinflusst. Die Zeitschriften boten nicht nur Wissenschaftlern und Erfindern wie Nikola Tesla ein Podium. Sie enthielten auch Anleitungen zum Selbstbau für Bastler. Dabei war er selbst Inhaber von etwa 80 Patenten. Besonders berühmt ist das Foto von ihm mit den Teleyeglasses aus dem Jahre 1963. Diese Teleyeglasses wurden 1936 von ihm bereits als tragbare Fernsehgeräte erfunden. Es ist offensichtlich ein Vorgriff auf die Zurzeit bekannt gewordenen Oculus Rift und Google Glass. Auch eine hydraulische Angel, elektrische Kämme und andere Erfindungen mehr gehen auf ihn zurück.

Anhand von vielen bunten, fantastischen Magazincovern und einigen technischen Geräten vom Anfang des 20. Jahrhunderts entfaltet sich die wunderbare Welt des Hugo Gernsback. Gernsback war bis zu seinem Tod am 19. August 1967 „innovativ und inspirierend“. Die entsprechenden Magazincover sind in der Ausstellung zu sehen. Noch heute ist Gernsback in den Vereinigten Staaten präsent, wo ein Preis für Fantasie- oder Science-Fiction-Autoren, der Hugo-Award, nach ihm benannt ist. Bunte, fesselnde Magazincover und technische Geräte vom Anfang des 19 Jahrhunderts sind ebenso ausgestellt. Ein Funk-Telegraph mit Lichtzeichen und die serielle Bildübertragung mittels Nipkow-Scheibe fasziniert die großen und kleinen Besucher.

Ein kleiner Nachteil ist, dass die Ausstellung mit Die Gernsback-Prophezeiung - Father of Science Fiction identisch ist. Wer diese 2014 in Karlsruhe also schon gesehen hat, wird nicht viel Neues entdecken können. Der Titel „Die Gernsback-Prophezeiung" basiert übrigens auf der Vielzahl seiner Voraussagen zur zukünftigen Entstehung und Anwendung moderner Technik von heute. {ESc}


Info:
Ausstellungstitel: Die wunderbare Welt des Hugo Gernsback
Ort: Museum am Strom (in einem alten Elektrizitätswerk direkt am Rhein, daher die doppelte Bedeutung des Museumsnamens :) )
Daten: 02.06.2017 bis 26.11.2017
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag von 10:00 - 17:00 Uhr
Eintritt: 3€ (inkludiert Besuch von Sammlungen „Rheinromantik“, „Hildegard von Bingen“ sowie den Rest des Museums)
Web: www.bingen.de/tourismus/kulturelle-einrichtungen-und-museen/museum-am-strom

[upd. 2017-08-14 11:48:46::31(STr)]

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Die wunderbare Welt des Hugo Gernsback

Das Museum am Strom, in Bingen am Rhein, widmet dem Multitalent, dessen Todestag sich 2017 zum 50. Mal jährt, nun eine Sonderausstellung unter dem Titel „Die wunderbare Welt des Hugo Gernsback“. Die Ausstellung startete am Freitag 02.06.2017 und endet am Sonntag, den 26.11.2017.

Hugo Gernsback, in Luxemburg Hugo Gernsbacher, war Verleger, Erfinder, Visionär und Vater der modernen Science-Fiction-Literatur. Hugo Gernsbacher wurde am 16. August 1884 im Stadtteil Bonneweg der Hauptstadt Luxemburg geboren. Seine technische Ausbildung machte er an der Technischen Hochschule Bingen, damals noch Technikum für Maschinenbau und Elektrotechnik. Er kam 1901 nach Bingen und blieb bis 1902. In seinem Studium belegte er unter anderem Kurse in Maschinenbau, Elektrizität, Physik sowie Chemie. Sein Studium war eher rudimentär, denn er besuchte das Technikum nur selten. So zumindest steht es auf einer der Informationstafeln...

Gernsback verließ Deutschland 1904 und wanderte in die USA aus. Er war ein begnadeter Erfinder, der sein erstes Geld mit einem Patent für die Automobilindustrie verdiente. In den USA betrieb er zuerst einen Versand für Radiobastler. Sein Leben war ein ständiges Auf und Ab. Er war auch ein Science Fiction Autor und Herausgeber diverser Magazine. Jedoch erschienen zuerst technische Magazine, um die Leser für Technik zu begeistern. 1925 gründete Gernsback den Rundfunksender WRNY und war an der Ausstrahlung von Fernsehsendungen beteiligt.

Als Herausgeber der Zeitschriften „Amazing Stories" (1926–1929) und „Wonder Stories" (1929–1936) begründete er das moderne Genre der Science-Fiction-Literatur. Deren wichtigster Illustrator wurde der gebürtige Wiener Frank R. Paul. Gernsback spielte bei der Begründung des Science Fiction Fandom eine Schlüsselrolle, weil er in seinen Zeitschriften die Adressen von Leserbriefschreibern veröffentlichte, die sich auf diese Weise miteinander bekannt machen konnten.

Sein früher SF-Roman „Ralph 124C 41+“ wurde erstmals von April 1911 bis März 1912 im amerikanischen Magazin „Modern Electrics“ als Fortsetzungsroman veröffentlicht. Der Titel des Romans lautet: „Ralph one two four c four one“, was man auch als „Ralph, one to foresee for one“ auf deutsch: „Ralph, einer der für uns in die Zukunft schaut“ verstehen kann. Er war auch der erste Mensch, der den Begriff Science Fiction verwendete und prägte. Auf ihn geht auch die Auszeichnung Hugo-Gernsback-Award zurück.

Hugo Gernsback gab wertvolle Anregungen für erfinderische und experimentelle Arbeiten im Bereich der Technik. Als Herausgeber brachte er mit seiner Vielzahl an Magazinen wie „Alternating Current for Beginners“, „All about Aerials“ vielen mehr zu Themen wie Radio, Fernsehen, Haushalts-Elektronik und Bionik näher. Mit diesen und anderen Themen hat er nicht nur eine technikinteressierte Jugend beeinflusst. Die Zeitschriften boten nicht nur Wissenschaftlern und Erfindern wie Nikola Tesla ein Podium. Sie enthielten auch Anleitungen zum Selbstbau für Bastler. Dabei war er selbst Inhaber von etwa 80 Patenten. Besonders berühmt ist das Foto von ihm mit den Teleyeglasses aus dem Jahre 1963. Diese Teleyeglasses wurden 1936 von ihm bereits als tragbare Fernsehgeräte erfunden. Es ist offensichtlich ein Vorgriff auf die Zurzeit bekannt gewordenen Oculus Rift und Google Glass. Auch eine hydraulische Angel, elektrische Kämme und andere Erfindungen mehr gehen auf ihn zurück.

Anhand von vielen bunten, fantastischen Magazincovern und einigen technischen Geräten vom Anfang des 20. Jahrhunderts entfaltet sich die wunderbare Welt des Hugo Gernsback. Gernsback war bis zu seinem Tod am 19. August 1967 „innovativ und inspirierend“. Die entsprechenden Magazincover sind in der Ausstellung zu sehen. Noch heute ist Gernsback in den Vereinigten Staaten präsent, wo ein Preis für Fantasie- oder Science-Fiction-Autoren, der Hugo-Award, nach ihm benannt ist. Bunte, fesselnde Magazincover und technische Geräte vom Anfang des 19 Jahrhunderts sind ebenso ausgestellt. Ein Funk-Telegraph mit Lichtzeichen und die serielle Bildübertragung mittels Nipkow-Scheibe fasziniert die großen und kleinen Besucher.

Ein kleiner Nachteil ist, dass die Ausstellung mit Die Gernsback-Prophezeiung - Father of Science Fiction identisch ist. Wer diese 2014 in Karlsruhe also schon gesehen hat, wird nicht viel Neues entdecken können. Der Titel „Die Gernsback-Prophezeiung" basiert übrigens auf der Vielzahl seiner Voraussagen zur zukünftigen Entstehung und Anwendung moderner Technik von heute. {ESc}


Info:
Ausstellungstitel: Die wunderbare Welt des Hugo Gernsback
Ort: Museum am Strom (in einem alten Elektrizitätswerk direkt am Rhein, daher die doppelte Bedeutung des Museumsnamens :) )
Daten: 02.06.2017 bis 26.11.2017
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag von 10:00 - 17:00 Uhr
Eintritt: 3€ (inkludiert Besuch von Sammlungen „Rheinromantik“, „Hildegard von Bingen“ sowie den Rest des Museums)
Web: www.bingen.de/tourismus/kulturelle-einrichtungen-und-museen/museum-am-strom

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